
Alisha im Interview: Mit „Die grosse Liebe“ hat sie einen selbst geschriebenen Popschlager veröffentlicht. Warum stand ESC-Siegerin Loreen Pate? Wie kam Martin Madeja von Zeitflug ins Musikvideo? Und mit wem will sie unbedingt ein Duett singen? Hier findest du alle Infos dazu!
Alisha im Interview auf einen Blick
| Single | „Die grosse Liebe“ (Schlagerextase) |
| Veröffentlichung | 2. Oktober 2026, Musikvideo am selben Tag |
| Text & Musik | Text: Alisha Uhlenbrock · Musik: Alisha Uhlenbrock & Sascha Urbanczyk · Produktion: Toni Hauschild |
| Im Musikvideo | Martin Madeja (Zeitflug) |
| Live 2026 | 11.12. „Zirkuskapelle meets Schlager“ · 19.12. „Zeitlose Foxnacht“, Resonanzwerk Oberhausen · 26.12. Nina Bottrop |
| Status | Single und Musikvideo sind erschienen |
Seit 2021 steht Alisha auf den Schlagerbühnen, war unter anderem im ZDF-Fernsehgarten zu Gast und stand 2024 als Voract von Matthias Reim auf der Bühne. Am 2. Oktober 2026 hat sie ihre Single „Die grosse Liebe“ veröffentlicht – einen Popschlager, den sie selbst getextet und gemeinsam mit Sascha Urbanczyk komponiert hat.
Der Song nimmt sich etwas, das im Schlager selten geworden ist: Zeit. Statt sofort mit dem Refrain loszulegen, baut er Spannung auf und gönnt sich sogar eine Bridge. Im Interview mit schlager-charts.com spricht Alisha offen über ein schwieriges Jahr, ihre Liebe zum ESC, ihre Schlager-Playlist ohne einen einzigen Song nach 2000 – und über ihren einzigen Duett-Wunsch.
Der Song ist jetzt seit ein paar Tagen draußen. Welche Reaktion von Fans hat dich bisher am meisten berührt oder überrascht?
Ich freue mich natürlich über jedes „Mega“, „Hammer“ oder „Fühle ich“. Aber eine Rückmeldung hat mich diesmal besonders gefreut: Der Bruder einer meiner besten Freundinnen hat mit Schlager eigentlich überhaupt nichts am Hut. Weil meine Freunde mich aber so toll unterstützen und alles fleißig teilen, kommt er an meiner Musik praktisch nicht vorbei. Er kennt also auch meine bisherigen Sachen.
Und ausgerechnet er meinte jetzt, ich sollte öfter selbst schreiben, weil ihm der Song richtig gut gefällt und er ihn viel authentischer findet. Wenn jemand, der mit dem Genre sonst wenig anfangen kann, diesen Unterschied hört, bedeutet mir das schon viel.
Deine letzten Singles haben alle sehr unterschiedlich geklungen, du hast einiges ausprobiert. Willst du dir diese Vielfalt bewahren, oder gibt „Die grosse Liebe“ jetzt die Richtung für die kommenden Songs vor?
Wir haben nach vier Jahren schon gemerkt: Der nächste Schritt, den wir uns erhofft hatten, kommt irgendwie nicht. Natürlich ist es in der Branche gerade insgesamt schwierig. Trotzdem wollten wir auch bei uns selbst hinschauen und haben uns bewusst ein Jahr genommen, um musikalisch einiges auszuprobieren. Steht mir vielleicht etwas anderes besser? Wir mussten schmerzlich feststellen – „leider nein!“ 😉 Manchmal muss man sich diesen Raum einfach geben, um herauszufinden, wohin man will.
Grundsätzlich soll es Schlager bleiben, und der Sound von „Die grosse Liebe“ ist schon etwas, das ich sehr mag. Natürlich schauen wir auch, wie der Song ankommt. Die nächsten beiden Veröffentlichungen stehen jedenfalls schon fest – ich bin ja inzwischen in einem Alter, in dem man gern vorbereitet ist. Zumindest musikalisch!
Trotzdem möchte ich mir die Freiheit bewahren, auch mal wieder aus der Reihe zu tanzen. Wenn mich eine wilde Idee packt, kämpfe ich dafür, sie umzusetzen. Dafür sind wir doch Künstler! „Die grosse Liebe“ zeigt also durchaus eine Richtung, aber ich würde deshalb noch lange nicht alle anderen Türen abschließen.
Stilistisch erinnert mich „Die grosse Liebe“ an die zweifache ESC-Siegerin Loreen. War das bewusst so gewählt, oder ist das eher zufällig im Produktionsprozess passiert?
Das war tatsächlich bewusst gewählt. Ich bin ein großer Grand-Prix-Fan – oder ESC-Fan, wie es heute heißt – und liebe diese großen musikalischen Dramaturgien. Loreen war dabei durchaus eine Inspiration.
Ich finde es schade, dass Songs heute oft möglichst kurz sein sollen und am besten sofort mit dem eingängigen Refrain loslegen. Früher gab es Intros, Soli und einen richtigen Aufbau. Ich mag es, wenn ein Song sich entwickeln darf, Spannung aufbaut und einen emotional mitnimmt. Eine Bridge darf bei mir also durchaus noch mitspielen!
Genau das wollte ich bei „Die grosse Liebe“: einen großen musikalischen Bogen und viel Gefühl. Der ESC steht für mich einfach für Drama pur – und in der Musik darf es davon gern eine ordentliche Portion sein.
Der Schlager wird immer poppiger und moderner. Wo siehst du dich selbst in dieser Entwicklung, und wie viel klassischer Schlager steckt noch in dir?
Ich mag den modernen, poppigen Schlager sehr. Aber tief im Herzen bin ich eine alte Schlagermaus! Ich habe eine eigene Playlist, auf der nichts jünger ist als aus dem Jahr 2000. Wer mich kennt, kennt die auch – ob freiwillig oder nicht!
Ich liebe diese Melodien, die verspielten Texte und diese kecke Art. Da wurde mit Worten gemalt und auch mal frech um die Ecke gedacht. Das fehlt mir heute manchmal, genauso wie ein Songaufbau, der sich Zeit nimmt. Maite Kelly schafft es für mich immer wieder, dieses Spielerische einzufangen. Davon würde ich mir insgesamt mehr wünschen.
Gleichzeitig erlebe ich, dass Ausprobieren gerade als noch nicht so etablierter Künstler schwierig ist. Es heißt oft, Newcomer sollen sich etwas trauen. Das habe ich getan, aber meine Erfahrung ist: Wenn man vom gewohnten Schema abweicht, bekommt man nicht automatisch mehr Aufmerksamkeit – manchmal sogar weniger. Bei großen Namen wird das schnell als Neuerfindung gefeiert, bei uns muss es überhaupt erst jemand mitbekommen. Trotzdem möchte ich mir die Lust daran bewahren. Die Schlagermaus in mir hat schließlich auch ihren eigenen Kopf!
Die eine große Liebe: Gibt es die wirklich, oder ist sie das schönste Märchen, das der Schlager erzählt?
Ich glaube schon daran – meine begleitet mich inzwischen seit 17 Jahren! Aber die Vorstellung von der großen Liebe verändert sich natürlich. Als kleines Mädchen hatte ich auch diese Märchenbilder im Kopf. Wenn man lange zusammen ist, merkt man irgendwann, dass die große Liebe oft in ganz kleinen Dingen steckt.
Im Alltag, im Umgang miteinander, darin, dass man sich auf den anderen verlassen kann. Man ist eingespielt und kennt sich mit all seinen Eigenheiten. Die rosarote Brille ist dann vielleicht nicht mehr ständig im Einsatz, aber dafür ist etwas gewachsen, das einen wirklich trägt.
Im Schlager erzählen wir natürlich gern von der Märchenliebe und den ganz großen Gefühlen. Das ist ja auch schön. Nur hat die große Liebe im echten Leben manchmal weniger Glitzer – und ist deshalb kein bisschen kleiner.
Im Musikvideo spielt Martin Madeja von Zeitflug mit. Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?
Die Jungs von Zeitflug habe ich 2021 bei meinem ersten Fanfest in Uwe Hübners DJ-Parade kennengelernt. Ich war wahnsinnig aufgeregt, wurde auf die Bühne gestellt und stand plötzlich mitten im kalten Wasser. Und die Jungs standen daneben und haben mich angefeuert, als wäre ich schon der große Headliner. Das habe ich ihnen nie vergessen.
Seitdem sind wir wirklich befreundet. Wir halten regelmäßig Kontakt, tauschen uns aus und helfen einander. Es heißt ja gern, in der Branche gäbe es keine echten Freunde – bei den Jungs kann ich sagen: Doch, gibt es!
Für „Die grosse Liebe“ brauchte ich dann einen schicken, gut aussehenden Mann. Und mal ehrlich: Wenn nicht Martin, wer dann? Er macht ja auch fleißig Sport – sagen wir so: Die Besetzung war auch haptisch eine gute Entscheidung!
Vor allem war es schön, mit jemandem zu drehen, den ich gut kenne und dem ich vertraue. Da fallen die Berührungsängste gleich viel kleiner aus. Wir haben allerdings am heißesten Tag des Jahres gedreht, in einem Studio ohne Klimaanlage oder Lüftung. Da haben wir uns nach all den Jahren noch einmal von einer ganz neuen Seite kennengelernt – einer sehr verschwitzten! Mit einem Fremden wäre mir das deutlich unangenehmer gewesen. Wenn man sich schon so gut kennt, geht man damit einfach entspannter um.
Mit wem würdest du am liebsten einmal ein Duett singen, und mit welchem Song?
Wer mich kennt, weiß: Mein musikalischer Heiland bleibt Jürgen Drews! Aber der König hat abgedankt, und ich bin mit meiner eigenen Schlagerlaufbahn leider etwas spät um die Ecke gekommen. Dass ich diese Gelegenheit verpasst habe, wurmt mich schon – wobei man natürlich auch ehrlich sagen muss: Wer weiß, ob es überhaupt dazu gekommen wäre? Rex Gildo wäre auch ein Traum gewesen. Der kann meine Anfrage leider nicht mehr entgegennehmen.
In der Branche höre ich oft: „Du musst ein Duett mit jemandem machen, der dich weiterbringt.“ Ich verstehe den Gedanken, aber für mich muss es vor allem menschlich und musikalisch passen. Wenn man gemeinsam auf der Bühne steht, muss es funken. Man muss sich aufeinander einlassen und den Song miteinander leben können. Wenn schon, dann richtig – musikalisch natürlich!
Deshalb steht Norman Langen nicht nur ganz oben auf meiner Liste – er ist tatsächlich der Einzige darauf. Ich mag seine Musik und finde ihn als Menschen großartig. Er hat mich, genauso wie Achim Petry, von Anfang an ganz selbstverständlich im Schlagerkreis aufgenommen. Ohne Allüren, ohne von oben herab. Das vergisst man nicht, und deshalb haben beide bei mir einen riesigen Stein im Brett.
Bei einem Duett heißt es für mich also: Norman oder keiner! Mir ist natürlich klar, dass auch dieser Wunsch ziemlich hoch gegriffen ist. Norman ist eine große Nummer – aber eine Wunschliste darf ja ruhig etwas mutiger sein als der eigene Terminkalender. Mit ihm würde ich musikalisch so ziemlich alles machen, am liebsten eine neue, eigene Nummer.
Also Norman, wenn du das liest: Ruf mich an. Ich bin die Deine – zumindest für den Song!
Wo können dich die Fans in den nächsten Monaten live erleben, und was kommt als Nächstes?
Ich will ehrlich sein: Was die Buchungen angeht, ist dieses Jahr mein bisher schwierigstes. Es gab weniger Jobs, und einiges wurde auch abgesagt. Die gestiegenen Kosten machen es vielen Veranstaltern schwer. Gerade für uns Künstler im Mittelfeld wird der Platz enger: Die großen Namen ziehen Publikum und werden weiterhin gebucht, bei kleineren Budgets wird besonders auf die Gage geschaut. Dazu habe ich den Eindruck, dass momentan viel auf Mallorca- und Partyschlager gesetzt wird.
Aber ich habe die freie Zeit genutzt. Wir waren unglaublich viel im Studio, haben ausprobiert und geschaut: Was passt zu mir, wohin möchte ich musikalisch? Ich durfte auch in anderen Studios arbeiten und einsingen. Das war wahnsinnig spannend, und ich habe dabei gefühlt mehr gelernt als in den letzten fünf Jahren zusammen. Für meine Entwicklung war dieses Jahr wirklich Gold wert – auch wenn der Terminkalender zwischendurch gern etwas geselliger hätte sein dürfen!
Ein paar schöne Live-Termine stehen dieses Jahr noch an: Am 11. Dezember bei „Zirkuskapelle meets Schlager“, am 19. Dezember bei der „Zeitlosen Foxnacht“ im Resonanzwerk Oberhausen und am 26. Dezember in der Nina Bottrop.
Weihnachten in der Nina ist inzwischen eine richtige Tradition. Das fühlt sich schon wie ein Klassentreffen an, mit vielen vertrauten Gesichtern und einer ganz besonderen Stimmung. Ich liebe das – und Traditionen müssen schließlich gepflegt werden!
Alisha im Interview – kurz gefragt
Dein Ritual vor jedem Auftritt?
Mich beruhigen! Ich bin auch nach fünfeinhalb Jahren noch wahnsinnig nervös: hoher Puls, alle zwei Minuten auf die Toilette und jedes Mal die Frage: „Wie bin ich hier eigentlich reingeraten, und warum mache ich das freiwillig?“ Am liebsten bin ich dann kurz allein: nicht reden, Kopf aus. Sobald das erste Lied rum ist, ist alles gut. Mein Ritual besteht also hauptsächlich darin, das erste Lied zu erreichen!
Dein Lieblingssong von einem anderen Schlagerstar?
Einen einzigen auszusuchen, wäre wirklich gemein! Ich liebe unheimlich viele alte Sachen von Jürgen Drews. Da wären wir wieder bei meiner heiß geliebten Schlager-Playlist, auf der nichts jünger ist als aus dem Jahr 2000. Den Link teile ich gern – danach fragt ihr euch vermutlich allerdings: „Was stimmt mit dem Mädchen nicht, und warum macht sie nicht selbst solche Musik?“ Die Frage stelle ich mir auch manchmal. Ich habe nur das Gefühl, ich wäre heute meine eigene Hauptzielgruppe!
„Die grosse Liebe“ in drei Worten?
Dramatisch, echt und tanzbar.
EURE MEINUNG: JETZT SEID IHR GEFRAGT!
Wie gefällt euch „Die grosse Liebe“ von Alisha? Und würdet ihr ein Duett von Alisha und Norman Langen hören wollen? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare weiter unten! Wir freuen uns über jeden Beitrag.